Kommunikations- und Ausstellungsdesign

Ausstellungen

Medienstationen Dauerausstellung »Der Mensch«

Kunde: Deutsches Hygiene Museum Dresden
Leistung: Konzeption und Umsetzung Medienstationen
Fertigstellung: 16.04.2005

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Die Dauerausstellung des Deutschen Hygiene-Museums wurde in den Jahren 2004 und 2005 in zwei Etappen eröffnet; sie beleuchtet das Thema »Der Mensch« mittels eines breiten Spektrums an Originalexponaten, Lernstationen und Medien. Die sieben Räume öffnen das Thema über »Der Gläserne Mensch«, »Sexualität« bis hin zu »Schönheit, Haut und Haar«. Kaiser Matthies gestalteten für die Ausstellung eine Vielzahl von interaktiven Installationen, Medienstationen und Dioramen.

Das interaktive Videomikroskop im Raum »Haut und Haar« ermöglicht den Besuchern, Großaufnahmen der eigenen Haut zu machen und per Email an sich selbst oder Freunde zu versenden.

Die Medieninstallation »Füllhorn« verdeutlicht, aus welch biologischer Vielzahl die Menschen ihren Nahrungsbedarf decken können, und zugleich informiert sie über die kulturellen Ge- und Verbote der Ernährung. Aus der raumgreifenden Plastik eines den Besuchern mit seiner Öffnung zugewandten Horns ergießt sich eine Masse an verschiedener Tier- und Pflanzenfiguren. Inmitten dieses reichhaltigen Gabentisches ist ein Teller mit einem Monitor eingelassen. Die Besucher können die mit Näherungssensoren ausgestatteten Nahrungsmittel anfassen und erfahren so über den Bildschirm Einzelheiten über kulturelle, nahrungsphysiologische und ökologische Aspekte des jeweiligen Lebensmittels. Ergänzend können Rezepte abgerufen und auf Wunsch auch per E-Mail versendet werden.

Die Medieninstallation »Liebe im Blut« im Raum »Sexualität« ermöglicht den Besuchern, Aufnahmen der Verteiliung ihrer Körperwärme zu machen und an sich selbst oder andere per Email zu versenden.

 

 

Dem Problem der meist unattraktiven, aber unerlässlichen Darstellung von Statistiken begegnet die Ausstellung mit einer Vitrineninszenierung, die Fragen zu Sexualpraktiken und -fantasien verräumlicht: Anstelle der wenig anschauliche Vermittlung von Statistik, die – besonders bei Jugendlichen – häufig auf Ablehnung stößt, wird mit Bildern und Assoziationen gearbeitet. Die Bedeutung der Szenen erschließt sich durch spielerisches Entdecken. Stimulanzien werden in einer hyper realistischen Bettszene dargestellt. Die Frage »Wo lassen Sie sich am liebsten berühren?« wird in einen Wald aus Haut-Nahauf-nahmen verwandelt. Die Häufi gkeit des sexuellen Verkehrs wird pokalartig mit verspiegelten Paarfi guren dargestellt. Mittels Spiegeln wird ein ironisierender Rückbezug auf den Besucher hergestellt und durch die trophäen artige Darstellung der Aus- sagewert dieser Zahl hinterfragt. Die sexuellen Fantasien werden zum Jahrmarkt der Möglichkeiten: eine originalgetreue Modell- Geisterbahn steht für »Sex mit Unbekannten«, ein Karussel mit drei Fahrgästen wird zum »Flotten Dreier«. Diese Szenen entstanden in Zusammenarbeit mit Alexander Schellow und Marit Neeb.

 

Die »Organuhr« im Raum »Leben und Sterben« gibt den Besuchern Einblicke in den eigenen Biorhythmus. Über ein intuitiv zu bedienendes Drehrad können sie sich durch den Tag scrollen und so erfahren, wann z. B. die meisten Kinder zur Welt kommen oder der beste Zeitpunkt für einen Zahnarztbesuch ist.

Die Medienstation »Körpermechanismen« im Raum »Bewegung« informiert unter anderem über die Gesichtsmuskeln, unterstützt durch interaktive Grafiken und Videos.

Das Quiz »Stimmt die Stimme?« im Raum »Sexualität« erforscht spielerisch den Zusammenhang zwischen äußerlicher Attraktivität und der Stimme.